Markus Voigt

Für das Theaterstück “Kampfeinsatz” schrieb ich drei Prosatexte über seltsame, krude Situationen, in die Menschen im Krieg geraten können. Diese “Miniaturen” sollen einen historischen Bogen schlagen, wohingegen “Kampfeinsatz” selbst in heutiger Zeit spielt.
Die erste der Kurzgeschichten (“Kampfesbruder”) findet im 30-jährigen Krieg statt (hier auch als etwas gekürztes Audiobeispiel mit Sounds wie im Theaterstück, gesprochen von Michael Bideller) , die zweite (“Der Blick”)  im Afghanistan der 80er Jahre und die letzte schließlich in Tansania um 1915/16 (“Tanganjika”).

Kampfesbruder

Mein früher hitziges Feuer, das einst für Wahrheit, Recht und Heimat in mir loderte, war längst einer abgeklärten Verwirrung gewichen. Das Handwerk hieß Kampf und ich gehörte nun dorthin, wo zu saufen, zu fressen, zu rauben und zu marodieren war. Wofür und warum war in dieser wüsten und verschlungenen Welt schon längst nicht mehr festzustellen.
Das folgende Ereignis, von dem ich nun berichten möchte, fand statt, nachdem ich schon mehrmals konvertiert war. Dies ist insofern von Belang, als dass eben jenes Hin und Her vor Gott mir schließlich zum Verhängnis wurde.
Der Krieg ging für mich ins vierzehnte Jahr und ich kämpfte zu der Zeit für die Sächsisch-kaiserlichen, als wir Oberst Torstensson bei Breitenfeld in die Enge trieben. Wir überzogen sein Heer mit einer forcierten Kanonade, um durch diese Deckung unsere Truppen zum Angriff zu sammeln. Doch die Schweden waren munter und wendig genug, erkannten unsere Schwäche und griffen nun ihrerseits an.
Im Nu befand ich mich inmitten eines Hexenkessels aus dickem Pulverdampf, Staub und Blut. Die klappernden Harnische, das Singen der Kugeln über unseren Köpfen, die krachenden Piken und das Geschrei der Rasenden und der Sterbenden fügte sich mit den Trompeten, Trommeln und Pfeifen zu einer gräulichen Musik.
Die Erde, die doch die Toten bedecken soll, wurde nun mit ihnen überstreut – überall Köpfe, Leiber und Hände, die zuckten, als wollten sie zurück ins Gedränge.
Plötzlich und in diesem tobenden Höllentanz völlig unerwartet stand er mit gezücktem Dolch vor mir: Mein alter Kampfesbruder Christoph, mit dem ich vor vielen Jahren als Landsknecht an der Dessauer Elbbrücke für die Dänen in die Schlacht gezogen war. Am liebsten hätte ich ihn wohl umarmen wollen. So war ich kopflos und wie gelähmt, standen wir uns doch, vor Todesangst schwitzend, mit erhobenen Waffen und weit aufgerissenen roten Augen gegenüber.
„Du alter Hund – das wird ein kurzes Wiedersehen, wenn dir deine Seele nicht im Leib festgewachsen ist!“ Als er auf mich zustürzte, rammte ich ihm meine Lanze in die Brust, dass die Rippen barsten. Denn so sind die Regeln in dieser unübersichtlichen Welt: Dem Tod entgehst du nur, indem du mit gottloser Courage den Nächsten niedermachst.

Der Blick

Die schmale Gasse war kalt und staubig vom langen Tag. Zu beiden Seiten erhoben sich lehmige Hausmauern, die durch die vielen Kämpfe halb zerfallen waren.
Afghanische Dörfer sind oft eng gebaut und schwer einsehbar, Ich hatte den Befehl diesen Engpass zu sichern, denn in ein paar Minuten würde hier eine Kolonne mit schwerem Gerät hindurchjagen. Die Lage in diesem Teil der Berge war sehr angespannt, deshalb sollte die Truppenverschiebung so schnell wie möglich abgeschlossen werden.
In der Ferne donnerte Artillerie. Ich hatte mich umgedreht, um meine Zigarette nicht gegen den scharfen Nordwind anzünden zu müssen. Das ist mit diesen miesen Armeestreichhölzern nicht ganz einfach.
Und dann hockte er da: Ein alter weißbärtiger Mann mit Turban, mitten in der engen Gasse – keine Ahnung wo der so plötzlich herkam.
Er hatte sich gegen eine graue Wand gelehnt und starrte auf den sandigen Boden. In seiner Hand hatte er einen Strick, an dessen anderes Ende eine wahrscheinlich genauso steinalte Ziege gebunden war.

In einiger Entfernung hörte ich die Kolonne heranrasen.
„Hau ab, Mann! Hau ab!“ Er rührte sich nicht. „Weg, weg – schwere Lastwagen!“ Nichts, er sah nicht einmal auf. Ich brüllte wie irre und fuchtelte wild mit meinem Sturmgewehr.
Verdammt, war der taub? In ein paar Augenblicken würde es zu einer furchtbaren Karambolage kommen.
„Scheiße, Scheiße, Scheiße!“ Am liebsten hätte ich ihn abgeknallt – aber dann hätte er ja immer noch im Weg gelegen. Also schoss ich ein paar Mal in die Luft und, als er sich noch immer nicht bewegte, auf die staubige Straße vor seine nackten, verbrauchten Füße.
Ein Staccato von Staubfontänen.
Mein Gott, ich war gerade mal 19 und hatte mir diesen Mist bestimmt nicht ausgesucht – was wusste ich denn schon von diesen verrückten Paschtunen! Vielleicht hatte der Irre Handgranaten unter seinem Hemd, oder was weiß ich.
Der Alte mit seiner klapperigen Ziege blieb einfach sitzen.
Ich rannte die vielleicht 15 oder 20 Meter in die Gasse, um ihn rauszuholen, da blickte er auf.

Müde und seltsam entschlossen; gleichzeitig uninteressiert und irritiert, als ob ich eine fremde, komplizierte Formel wäre, die er widerwillig lösen sollte.
Als ich versuchte ihn zu packen, griff er fest meinen Arm, als wollte er sagen: „Ich bin lange gelaufen. Ich bin müde. Ich will jetzt hier sitzen. Das ist meine letzte Ziege. Ich kenne hier niemanden. Zerr’ nicht an mir.“

In diesem Augenblick schoss die Kolonne um die Kurve. Ich riss mich von ihm los und stürzte fort.
Das letzte was ich sah, bevor der erste der Lastwagen ihn und seine Ziege in rohe Fetzen riss, war, dass der Alte nicht mal Erstaunen oder Überraschung zeigte. Eher eine leichte Enttäuschung, wie ich sie von meinem Vater kannte, der oft unzufrieden mit meinen Leistungen bei der Roten Armee war.

Tanganjika

Eigentlich war der Krieg schon fast zu Ende – aber das konnten wir damals nicht wissen. Nachrichten erreichten uns schon lange nicht mehr. Die Telegraphenleitungen waren längst zerstört und wir waren nur noch ein kleiner Haufen Männer, die versprengt und aufgerieben irgendeine Stellung hielten. Warum oder wozu – na ja, wahrscheinlich immer noch fürs Vaterland. Falls es das noch gab.
Die ersten Jahre hier im Dschungel waren Jahre des Triumphs, Jahre der Siege und des nationalen Stolzes – verheißungsvoll und prächtig. Deutsche Jahre eben.
Und jetzt? Alles irgendwie fremd und verwirrend.
Marode und zitternd lagen wir in unseren zähen, feuchten Lumpen. Malaria, Amöbenruhr und Syphilis schüttelten den Körper und zerrten an unseren wunden Eingeweiden.
Die knappe Dämmerung wich wieder einmal einer brüllenden, trunkenen Nacht. Wir starrten hinaus auf den Tanganjika-See hinein in Milliarden von Stechmücken. Im Innersten gekränkt und voller Scham und Trotz.
Bald würden sie da sein: Die Briten oder die Belgier und ihre hemmungslos rasenden Neger-Truppen. Selbstverständlich würden sie Rache an uns nehmen – wer konnte ihnen das schon verdenken?
Kamerad Körber saß schwer atmend auf einem Stück Treibholz und versuchte, die Sandläuse aus seiner Hosennaht zu kratzen.

„Mann,  Peter, was ist denn?“ sagte er,  „Dein Gegrübel ist ja lauter als das Schreien dieser beschissenen Insekten.“
„Ich denk’ an Kiel.“
„Ach Quatsch. Andere Zeit, andere Welt – kannst du vergessen.“
„An viel kann ich mich auch gar nicht mehr erinnern… Hauptsächlich an grünes Wasser und scharfen Wind.  Wart’s ab, bald sind wir daheim und dann wird alles so wie früher.“
„Was bist Du? Jesus Christus, dass Du Tote auferstehen lassen willst? Die meisten von uns sind hier krepiert und am Ende noch nicht mal mehr begraben. – Wie früher ist vorbei, so wie Du deinen Daumen auch nicht zurückkriegen wirst.“
„Ja, der ist weg… aber sein Verlust macht mich zu etwas Besonderem.“
„Scheinst dich ja glatt drüber zu freuen.“
„Nein, nein, es war ein guter Finger und ich hätte ihn lieber noch. …abgehackt im Gefecht und von Wilden und über offenem Feuer gegrillt… Aber ich frage mich: Was ist das Gute an dieser Amputation? – Und es gibt etwas.“
„Sag’ mir was.“
„Na ja, angenommen wir überleben das hier nicht und die Briten oder die Belgier bringen uns um, hier in der dampfenden Wildnis – die würden uns durchlöchern und liegenlassen und monatelang würde uns keiner von unseren Leuten finden und wir wären längst verwest, nur noch ein Haufen faules Fleisch“
„Ja, so wird’s wahrscheinlich kommen, fürchte ich“
„Ich wäre ein geheimnisvoller Klumpen Moder und man würde sich fragen: Wer in Gottes Namen war das? Und dann würde mich einer vielleicht genau betrachten und sagen: Das muss Peter Kömann aus Kiel gewesen sein, dem die Akari den Handballen abgeschnitten haben, um ihn zu fressen! Und dann könnte man meiner Mutter sagen, dass ich in Afrika gefallen bin und sie müsste sich nicht mit der Ungewissheit herumquälen.“
„ …und das soll das Gute daran sein?“
„Mmh ja, das ist das Gute daran.“
„… lass uns lieber schlafen gehen. Oft kommen wir nicht mehr dazu.“

Na ja, und so war’s dann auch: Noch in dieser Nacht hatten die Belgier ihre wütenden Eingeborenen vorausgeschickt und noch bevor wir uns aus unseren klebrigen Feldbetten aufraffen konnten, wurden wir unter exotischem Gejohle im Blutrausch massakriert. Ob man uns jemals gefunden hat, weiß ich nicht.

Deutsche Texte

Songtexte ohne Musik verlieren natürlich eine Menge an Energie und Sinn (insbesondere wenn sie für das Theater geschrieben sind) . Nichtsdestotrotz hier ein paar meiner Texte, die alle auch irgendwo auf dieser Website in Ausschnitten mit der Musik zu hören sind.

Zwei Texte aus dem Stück “Dracula”:

Der Tod

Bist du zäh, kannst du das Matterhorn besteigen
Prozesse, die gewinnst du vor Gericht,
beim Boxen kannst du Siegeswillen zeigen,
den Tod bezwingen wirst du niemals nicht.

Hast du von einem Buch genug, kannst du’s zuklappen,
Vorm Schlafen machst du einfach aus das Licht
Im Fernseh’n kannst du Werbung, zack, wegzappen,
den Tod ausschalten, das geht leider nicht.

Ach ja, der Tod, ach ja, der Tod,
ist ganz schön unbestechlich, rigoros und frei
Ach ja, der Tod, ach ja, der Tod,
wenn er dann kommt, dann kommst du nicht an ihm vorbei.

Dein Wissen kannst durch Lernen du erweitern,
mit Silikon vergrößert man die Brust,
beim Leben-Längermachen wirst du scheitern,
denn da gibt’s eine Zeit, zu der du gehen musst.

Ideologie und Politik kannst du auslachen
Verhöhnen kannst du Gott und Kruzifix
Auch mit dem Tod kannst du diverse Späße machen
Nur nützt dir das am Ende leider nix.

Ach ja, der Tod, ach ja, der Tod,
ist ganz schön unbestechlich, rigoros und frei
Ach ja, der Tod, ach ja, der Tod,
wenn er dann kommt, dann kommst du nicht an ihm vorbei.

Und dennoch gibt es einen Weg, ihn zu bescheißen,
der kostet dich nur ein paar Tropfen Blut.
Lass dich doch hier und heute einfach beißen,
dann lebst du ewig untot – ist doch gut!

Oh Mann, der Tod, der alte Tod,
der scheint nur unbestechlich, rigoros und frei
Ja auch der Tod, sieht manchmal rot
und mit ein bisschen Glück geht er an dir vorbei

Ja, dann  gerät der Tod in Not,
hey, bist du schlau, kannst du dem Schicksal glatt entgeh’n,
erteil dem Tod Totmach-Verbot,
bist du Vampir, lässt du den Tod im Regen steh’n.

 

 

Verdrängung und Begierde

Das Leben kann so hundsgemein zu dir sein,
so hässlich, so hart oder grau
und plötzlich stehst du dann so da ganz allein,
ganz klein und als elende Sau.
Kein Wunsch wird erfüllt,
du kriegst nix, was du willst,
dein Dasein entwickelt sich mies.
Wenn alles zuviel wird und dich strapaziert,
dann hör meinen Rat und befolg’ ihn präzis

 
Spring von der Klippe hinein in den Rausch,
lass einfach los, lass dich geh’n,
verdräng’ was das Zeug hält, so hältst du das aus
lass dich treiben und lass alles steh’n.
Tauch ein in Begierde,
betäubt ignoriere
die Härten der Realität.
Du bist eben schwach und besitzt keine Macht,
für Gegenwehr ist es schon lange zu spät.

(gesprochen)
Schau dich um: Niemand ist nur so, wie er scheint!
Diese herrliche Hilflosigkeit ist doch eine wahre Augenweide, oder?
(auf Arthur zeigend:)
Der hier ist zerfressen von Alkohol und körperlicher Gier.
(van Helsing:)
Für ihn dort ist Arbeitswut das praktikabelste Elixier.
(Seward:)
Dieser arme Mann hat sich den illusorischen Welten des Morphiums verschrieben.
(Mina:)
Und dieses bejammernswerte Mädchen ist dem Verlangen nach Aberblauben und Magie erlegen.
(Renfield:)
Hier vorn siehst du die rauschhafte Macht des Wahnsinns – nebenbei bemerkt: Auch eine äußerst wirksame Methode.

Und du? Los – denk dir was aus!
Glotz TV, friss oder rauch, gib dich hin und gib dich auf!
Mensch, schenk dir richtig mal was ein und..

 
Spring von der Klippe hinein in den Rausch,
lass einfach los, lass dich geh’n,
verdräng’ was das Zeug hält, so hältst du das aus
lass dich treiben und lass alles steh’n.
Tauch ein in Begierde,
betäubt ignoriere
die Härten der Realität.
Du bist eben schwach und besitzt keine Macht,
für Gegenwehr ist es schon lange zu spät – viel zu spät.

 

Aus “High Potentials”, einem Stück über die wahn-witzigen Zustände in deutschen Firmen und Büros ein Text mit vielen bescheuerten Begrifflichkeiten aus dem Umfeld. Ein Social Butterfly ist jemand, der sich auf Get togethers, Partys und Empfängen durchs Leben netzwerkt. Schlimm, schlimm…  

My Social Butterfly

1. Wenn man mal so von weitem guckt
Wie der Mensch erst stolpert und dann zuckt
Schließlich aufsteht und dann weitergeht
Und das von morgens früh bis ganz schön spät, und sich dabei nur um sich selber dreht.

Wen man mal so von oben sieht
Wie der War for talents dunkle Kreise zieht
Dann rührt das einen wirklich sehr
Denn mit der work-life-balance ist es nicht weit her, na ja, ist ja auch schwer, yeah yeah

Refrain: Work on your hard and soft skills, my social butterfly,
mit 40 ist dein Sommer halt vorbei,
Kick off your Optimierung bis zur Eigen-Insolvenz
Und pass auf, dass du die Benchmark nicht verpennst, und dich nicht verrennst.

2. „Das weekend, das gehört der family“
Das klingt vernünftig, klappt nur leider nie.
Und ist auch nur für den ein guter Rat,
der sich’s zeitlich leisten kann und eine hat, ein fieser, schmaler Grat…

Zielführender als roadmap, sei gesagt,
dass man sich nach der high end-Lösung fragt
und frei und schlau der Konkurrenz wegflitzt
als Dink mit Double income and no kids, oh please no kids, no no.

Refrain: Work on your hard and soft skills, my social butterfly,
mit 40 ist dein Sommer halt vorbei,
der Markt heiligt die Mittel, drum mach dir keinen Lenz
und tune deine Kernkompetenz und die Stringenz deiner Effizienz.

3. Da kann man halt nix machen, es ist so:
Oben performt und optimiert der CEO
Und unten wird gedownsized, dass es kracht
Was ganz fix mal ’nen Verlierer aus dir macht, drum gib beim Get together acht.

Es gibt auch ’ne Moral bei der Geschicht’:
Nämlich, Moral, die gibt es leider nicht
Doch sein wir ehrlich, die gibt’s nirgendwo
Nicht auf dem Schlachtfeld und schon gar nicht im Büro, naja, das ist nun einmal so.

Refrain: Work on your hard and soft skills, my social butterfly,
mit 40 ist dein Sommer halt vorbei,
wenn du dann abgewickelt wirst ist, dann ist das kein Verlust
nur der Product-Lifecycle den alles gehen muss.
Das macht zwar Frust, doch dann ist Schluss.

 

Hier ein Bänkelgesang, der die Überfahrt des Grafen Dracula nach England beschreibt. So oft kommt man ja nicht dazu, in klassischem Balladenstil zu schreiben:

DIE BALLADE VOM HÖLLENSCHIFF

1.Ein stolzes Schiff strafft seine Segel, nach England soll es geh’n.
Die Flagge weht im Himmelsbogen, es gleitet frei durch Gischt und Wogen,
kaum ist noch grünes Land zu seh’n.

2.Geladen hat es Sack und Fässer und Kisten tief im Bauch.
Doch unheildrohend bei den Ratten, dort liegen Särge kalt im Schatten.
So lud es schieres Grauen auch.

3.Dann legen Nacht und Nebelschwaden sich bleich auf Schiff und Fracht,
da, plötzlich gellt durch dumpfe Stille eisig-schrill in düst’rer Hülle
ein Todesschrei um Mitternacht.

4.Die Mannschaft packt der blanke Schrecken, es graust den Kapitän.
Ein toter Maat liegt blutentleert an Deck, die Augen angstverzerrt,
doch niemand hat den Mord geseh’n.

5.So fährt das Schiff durchs Meer des Grauens von Nebel fest im Bann.
Und Nacht für Nacht, gierig und matt, da schleicht der Tod und trinkt sich satt;
ja – täglich stirbt ein tapf’rer Mann.

6.Matrosen packt die irre Ohnmacht, sie fliehen über Bord;
dort rasen brodelnd Hai und Rochen, sie reissen Fleisch und brechen Knochen
und zieh’n sie in die Tiefe fort.

7.Manch Tage, viele Tode später erreicht das Schiff sein Ziel.
Am Kai von London legt es an, knirschend wie von Geisterhand
und menschenleer vom bösen Spiel.

8.Nur ein Mann ist an Bord verblieben, seht dort den Kapitän.
Ein Christenkreuz vor seiner Brust als Schutz vor blut’gem Todeskuss,
so hat er Teuflisches geseh’n.

9.Sich selbst ans Steuerrad gekettet aus Angst vor eig’nem Wahn.
Ins Logbuch schrieb er zwar vom Morden, doch ist am End auch er gestorben
vor Schreck und Schock und irrem Gram.

10.Nun liegt das geisterhafte Schiff am unheilvollen Kai;
es bringt uns Alptraum und Verderben und gottlos-schattenhaftes Sterben,
der Höllenspuk ist nie vorbei, nein der Höllenspuk ist nie vorbei,

 

Dies ist der Opener, den ich für das Musical „Talkshow total“ geschrieben habe.

TALKSHOW TOTAL

Woran muß ich schon denken morgens, wenn ich aufsteh’?
Was rettet meinen öden Tag bis ich nach Haus’ geh’?
Wovon werd’ ich selten satt?
Was macht mich süchtig nach mehr?
Setzt den Verstand schachmatt?
Macht mich zum großen Voyeur?

Glotze an, endlich ist es soweit,
ich bin bereit und gut drauf,
ich steh’ auf

Talkshow total
Immer voll dabei und alles and’re  egal.
Talkshow total
Fette Gefühle finden wir phänomenal.
Lampen an – lasst sie los –
Radikal und schonungslos
Wir kriegen nie zuviel
Von diesem geilen Spiel.

Heulende Weiber, krasse Typen, Sensationen,
Leichen im Keller, Emotionen, die sich lohnen,
Wo wird gewonnen und verlor’n?
Was peitscht wie Adrenalin?
Treibt mir den Schweiß aus den Poren
Ist meine Medizin?

Glotze an… usw.

 

Aus der Revue „Heimatabend“, die 10.000 Jahre Heimatgeschichte abhandelt,  stammt folgender Text:

WILLKOMMEN IN DER HEIMAT

Str 1
Wenn über allen Wipfeln lautstark
Die Lorelei ins Posthorn röhrt
Und ein Königskind dem andern
Die Nibelungentreue schwört

Wenn aus grauer Städte Mauern
Die schwäb’sche Eisenbahne kracht
Dann möchte ich recht in Freuden wandern
Denn ich bin um den Schlaf gebracht.

Ach, ade, du mein lieb Heimatland
Winde weh’n und Schiffe geh’n
Ich weiss nicht, was es bedeuten soll
Ich weiss ja nicht mal, wie viel Sternlein steh’n

Refr
Willkommen in der Heimat
Wo auch immer das ist
Was auch immer das sein mag
Wer auch immer du bist

Willkommen in der Heimat
Wann auch immer das war
Wenn nicht jetzt, wann denn dann?
Dann also nun oder nie
Willkommen bei der durchgeknallten
Philosophisch abgeprallten
10.000-Jahre langen Heimat-Revue.

Str 2
Wo Hermann Löns auf grüner Heide
Herrn Ribbecks Birnenbäume fällt
Und Sissi mit dem alten Förster
In Thule Vogelhochzeit hält

Wo Taugenichts im Silberwalde
Den Erlenkönig umgebracht
Da will ich rechte Gunst erweisen
Und denk an Deutschland in der Nacht

Ach herrjeh du mein lieb Heimatland
Auf den kühlen Grund will ich dir geh’n
Ich weiss nicht, was du bedeuten sollst
Ich weiss ja nicht mal, wie viel Sternlein steh’n

Refr
Willkommen in der Heimat…

 

Schließlich ein Text über die Liebe. Ja, auch das muss sein. Gesungen/gesprochen von einem aufklärt-zynischem Bänkelsänger und einem empfindsamen Mädchen-Chor:

ÜBER DIE LIEBE

Liebe, Liebe, Liebe….

Mann, das kann ich ja jetzt schon nicht mehr hör’n…

Str.1
Seit tausend Jahren  reimt sich „Herz“
Stark abgewetzt auf „Liebesschmerz“.
So dichtest du, vom Rausch ganz heiss,
träumst dabei von  Nacht und Schweiss,
und glaubst dir selbst den ganzen Mist
und dass das echte Liebe ist.
Du flüsterst zwar: „Ich hab dich lieb!“,
doch nur für Sex aus purem Trieb.

Refr.
So ist und bleibt im Weltennetz
Die Liebe völlig überschätzt
Ein altes Wort, ein leerer Hut
Und ihr – so töricht, schlicht und gut
Fallt immer wieder darauf rein.
Ja, ja, so blöde kann man sein.

Liebe, Liebe, Liebe….

Ach kommt, nun guckt mich nicht so an,
ihr wisst genau, da ist was dran.

Str.2
„O Du, nur du, ich will nur dich
mit Haut und Hüften ganz für mich!
Von Dir bekomm ich nie genug!“
das denkst du voller Selbstbetrug
und glaubst dir selbst den ganzen Mist
und dass das echte Liebe ist.
Doch das ist, nimm es einfach hin,
nur Eitelkeit und Eigensinn.

Refr.
So ist und bleibt im Weltennetz
Die Liebe völlig überschätzt
Ein altes Wort, ein leerer Hut
Und ihr – so töricht, schlicht und gut
Fallt immer wieder darauf rein.
Wie blöde kann man eigentlich sein?

Liebe, Liebe, Liebe….

Was macht denn ihr jetzt für’n Gesicht?
Ich glaub, ihr glaubt mir immer noch nicht-
Na dann:

Str.3
„Bleib du bei mir, ich bleib bei dir“
schreibst weinend du auf  Duft-Papier.
Doch tust du’s nur aus Selbstmitleid
Und roher Angst vor Einsamkeit.

„Die Liebe heilt alle Wunden
in Jahren, Wochen, Tagen, Stunden!“
und so vertust du deine Zeit
aus Ignoranz und Faulheit.

„Amor vincit und trara-
die Liebe siegt mit Gloria!“
das ist ganz einfach und profan
nur Trotz und leichter Größenwahn.

„Im Namen Gottes und der Liebe
ändern wir das Weltgetriebe!“
klingt sehr nach Übermut im Blut
und tat der Welt noch nie sehr gut.

Refr.
So ist und bleibt im Weltennetz
Die Liebe völlig überschätzt
Ein altes Wort, ein leerer Hut
Und ihr – so töricht, schlicht und gut
Fallt immer wieder darauf rein.
Ja, ja, so treudoof kann man sein.

Liebe, Liebe, Liebe….

Ich sag’s ganz laut, dass ihr’s auch hört:
Glaubt nicht den Quatsch, der euch zerstört.

 

Songtexte für Kinder

Aus “Pünktchen und Anton” stammen folgende zwei Texte, den ich zusammen mit Michael Batz geschrieben habe:

GEMEIN

Gemein ist eine Laus.
Gemein ein Floh.
Gemein sind Hausaufgaben
Und Schule sowieso.

Gemein ist, wenn du rennst,
der Bus fährt weg. (gemein, gemein)
Gemein: Du musst jetzt laufen,
rutscht aus und liegst im Dreck. (oh nein, oh nein)

Glaubst du, mieser geht es nicht
Dann gib Acht, denn bald wird’s Nacht
Und im Dunkeln, da steht einer
Der wirklich Fieses macht. (gemein,gemein, ja so gemein)

Gemein ist: Du hast Durst,
das Glas bleibt leer.
Gemein ist: Du hast Hunger,
im Kühlschrank ist nichts mehr.

Gemein ist, wenn du teilst
Und kriegst nix ab. (gemein, gemein)
Gemein: Du willst nach oben
Und dann geht’s nur bergab. (oh nein, oh nein)

Glaubst du, mieser geht es nicht
Dann gib Acht, denn bald wird’s Nacht
Und im Dunkeln, da steht einer
Der wirklich Fieses macht. (gemein, gemein,  ja so gemein)

Gemein ist diese Welt, (pass auf!)
sei auf der Hut.
Und willst du nicht gemein sein,
dann brauchst du wirklich Mut. (hab Mut, hab Mut…)

 

Ja, so ist die Schutzpolizei

INTRO
Schupo 1: Wer schlägt schneller ?
Schupo 2: Wer schlägt härter ?
Alle: Niemand schlägt so schön wie Bertha!
Auf Berta! Jawoll!

Berta: Kommt mal die Gelegenheit
Sorg ich für Gerechtigkeit
Spiel selber Polizist,
wenn das wirklich nötig ist.

Schupo1: Mann, Berta, Sie können ja richtig singen!
Berta: Ja, klar…

Berta: Das Charmante ist sodann
Dass ich Männer treffen kann
In schmucker Uniform
Det freut mir denn doch janz enorm

Ein Gläschen oder auch zwei
Trink ich auf die Schutzpolizei!

Schupo 1:Mann, Berta, Sie sind’ne echte Wucht!
Berta: Na, Sie aber ooch..
Schupo 1:Ick sage mal: Die Polizei bedankt sich.
Schupo 2: Und womit?
Schupo1:Na, mit nem Lied zwo-drei!
Berta: Aber, Herr Wachtmeister…!

Schupo1:
Wenn mal einer sozusagen
Autos klaut und Lieferwagen
Stell’n wir ihm ein Bein
Und – hoppla – fällt er auf uns rein

Ins Kittchen eins, zwei und drei!
Ja, so ist die Schutzpolizei!

Schupo1:
Wir sind schneller, wir sind schlauer
Als der Räuber, als der Klauer,
ham den Kerl, zack, zack,
gefasst und in den Knast gepackt.

Dann heisst es erstmal: Bye, bye!
Ja, so ist die Schutzpolizei!

Berta: Na, Herr Wachtmeister, noch’n Gläschen?
Schupo1: Ja, klar – wenn Sie uns noch einen trällern…!
Berta: Aber gerne…

Teufel spielen ist nicht schwer,
Teufel sein dagegen sehr
Ich hau ihm ins Genick
Und schon verlässt ihn jedes Glück!

Und wer hilft Berta dabei?
Natürlich die Schutzpolizei!

Schupo 1: Und nu unser kleener Willy – der klappert sonst immer nur dazwischen.
Schupo 2: Wer, icke?
Schupo 1: Na, nu mal los!
Schupo 2: Oha!

Ohne Schupos wär die Welt
Sicher auf den Kopf gestellt
Denn Böses triumphiert
Wird es nicht sofort abgeführt.

Auf  uns ist immer Verlass…

Schupo 1: Willy – „Verlass“ reimt sich aber nich auf Polizei
Schupo 2: Och Chef,  dit is aber nu Haarspalterei…
Alle bis auf Willy:
Ja, so ist die Schutzpolizei!

Schupo 1: Na, Berta, wie wär’s mit einem Tänzchen?
Berta: Aber Her Wachtmeister…

 

Für das Kinderstück „Das Schaf am Ende der Welt“ habe ich unter anderem folgende Schweinerockworte geschrieben:

MEHR (DAS LIED DER SCHWEINE)

Ich will alles fressen, alles haben,
Unbescheidenheit ist toll,
mich an allem noch mehr laben,
maßlos sein ist wundervoll

Ich will alles mir ins Maul stopfen,
Futtern ist ein Freudentanz,
saufen bis zum letzten Tropfen-
dann ringelt sich mein Ringelschwanz

Ich will mehr mehr m-m-mehr, mehr m-m-mehr,
ich will mehr, gib mir mehr, immer mehr her.
Gib mir mehr mehr m-m-mehr, mehr m-m-mehr,
ich will  mehr als bisher, immer mehr, yeah.
Schweineglück im Schweineleben ist eben nur ein Hof mit vollen Trögen.
Gib mir mehr mehr m-m-mehr, mehr zum Verzehr,
immer mehr gib mir her, ich bin so leer.
Ich will mehr als bisher und noch mehr zum Dessert, ich will MEHR!

Her mit Schüsseln voller toller Wurzeln
Bei Knollen geht das Herz mir auf
Dann in Berge aus Kartoffeln purzeln
Nur ein echtes Schwein hat’s richtig drauf

Rüben, Beeren, Trüffel, Blätter,
Früchte, Würmer, Eicheln, Aas,
mit dem Rüssel in die Schüssel
Schwein sein ist ein Riesenspaß.

Immer mehr und immer weiter
Hab nie genug und will maßlos sein.
Alles andere ist doch doof, und von
allen Tieren auf dem Hof
Kapieren das nur Mensch und Schwein.

Wir woll’n mehr mehr m-m-mehr, mehr m-m-mehr,
wir woll’n mehr, gib uns mehr, immer mehr her.
Gib uns mehr mehr m-m-mehr, mehr m-m-mehr, wir woll’n MEHR.

 

Ebenfalls aus diesem Stück das Lied einer neurotisch-fixierten (aber sehr sympathischen) Maus:

MÄUSEGLÜCK

Ein Keller voller Harzer Roller macht den schönsten Tag noch toller
Leerdammer in meiner Kammer ist für mich der größte Hammer
Sehr lieb ich den Camembert, ist zum Dessert mein Magen leer
ist Appenzeller auf dem Teller, wird gleich meine Miene heller

Pecorino, Parmesan, die machen mich unglaublich an
Und nie vergess ich die Magie meines ersten Stückchens Brie
Gorgonzola, Emmentaler, Hüttenkäse und Raclette
Dann ein netter fetter Gauda, vorher geh ich nicht ins Bett
denn

Käse Käse, als Scheibe oder Stück
Käse Käse, danach bin ich verrückt
Käse – zum Schneiden oder Streichen
Harten oder weichen – Käse -
Mehr brauch ich nicht zum Mäuseglück.

Ein Blick in große Käselöcher unergründlich wunderschön
Und ein Duft wie Käsefüße, dem kann ich nicht widersteh’n
Mein persönlich 7. Himmel ist gemacht aus Käseschimmel
Tag für Tag rund um die Uhr denk ich voller Liebe nur
an

Käse Käse, als Scheibe oder Stück
Käse Käse, danach bin ich verrückt
Käse – zum Schneiden oder Streichen
Harten oder weichen – Käse -
Mehr brauch ich nicht zum Mäuseglück

 

Aus “Der Fischer und seine Frau” das Lied der Ilsebill, dem gierigen, ewig unzufriedenen Weib: 

Ilsebills Lied

Ilsebill: Ach,  Mann, sei doch nicht so naiv – ein Mensch besitzt niemals genug.
Und wenn er glaubt, er bräuchte nichts, dann ist das doch nur Selbstbetrug.
Komm, hör mir zu, ich bin ganz ehrlich:
Genügsamkeit ist äußerst gefährlich!
Sie hält dich im Zaum, macht dich klein und krumm
Und am Ende bist du furchtbar hässlich und gräulich und  dumm.

Chor: Sie ist da anders, sie ist Realist,
sie weiß, was im Leben zu holen ist,
sie ist nicht bescheiden, was ist denn dabei,
nur wer wirklich was will, der wird reich, schön und frei.

Ilsebill: Ich will doch nur ALLES und gar nicht viel mehr
Ich will doch nur ALLES, das ist doch nur fair.
Ich wünsch’s mir so sehr und ich glaube ganz fest:
Hab ich erst mal ALLES, krieg ich auch noch den Rest!

Dann bin ich berühmt und beliebt und kann Gold shoppen geh’n,
bin modisch, begehrt, überaus fotogen.
Ich trag Diamant, bin im Fernseh’n bekannt und
der Prinz von Spananien, der küsst meine Hand –ja!

Ich will doch nur ALLES und gar nicht viel mehr
Ich will doch nur ALLES, das ist doch nur fair.
Ich wünsch’s mir so sehr und ich glaube ganz fest:
Hab ich erst mal ALLES, krieg ich auch noch den Rest!

Dann hab ich ein prächtiges Haus, nein: ’ne Burg, NEIN: Ein Schloss,
ein Tross von Bediensteten sattelt mein Ross –
auf dem trabe ich dann durch mein weites Land
das wird fulminant elegant, hirnverbrannt amüsant,
brill-i-ant -  ich bin jetzt schon gespannt!

Chor: Sie will doch nur ALLES und das will sie jetzt.
Hat sie erst mal ALLES, dann hat sie zuletzt
noch viel mehr als ALLES – und das ist ihr Ziel.
Sie will doch nur ALLES – doch davon ganz viel.

 

Zwei Texte aus dem Kindermusiktheaterstück „Kunterbunt“, das 2014 im Fidula-Verlag erschienen isr – gesungen von dem eitlen und etwas zickigem Gelb und dem überbordenden Rot:

GELB

Lalala…
Warm wie die Sonne
So groß wie der Mond
Hell wie die Sterne
Bin ich so gerne – ich selbst.

Kannst du dich in meinem Spiegel seh’n?
In meinem Glanz bist du betörend schön –
Hach, ich kann mir selbst nicht widersteh’n, oh ja!

Denn ich bin
Warm wie die Sonne
So groß wie der Mond
Hell wie die Sterne
Bin ich so gerne – ich selbst.
Lalala…

 

ROT
Hier bin ich
Siehst du mich?
Fühlst du meine Kraft?
Rot wie das Blut,
Rot wie der Mut
Rot wie die Wut,
Rot tut so gut!
Das ist meine fabelhafte Leidenschaft!

He, he, he, he – aus dem Weg!
Nichts hält mich auf
Bei meinem wilden Ritt.
Gleich feg ich dich um und dann reiss ich dich mit!

Hier bin ich
Siehst du mich?
Fühlst du meine Kraft?
Rot wie das Blut,
Rot wie der Mut
Rot wie die Wut,
Rot tut so gut!
Das ist meine fabelhafte Leidenschaft!

 

…und schließlich aus “Der Zauberer von Oz” drei Songs:

Der Zauberer von Oz

Chor:
Es gibt einen schimmernden Ort
in einer schillernden Zeit,
ganz nah bei dir und doch fern und weit.

Die Welt spielt dort in einem fort ganz sacht
mit dir und lässt Dinge gescheh’n,
die du noch nie hast gehört und geseh’n.

Komm her, komm mit, komm mit zum Schloss,
und geh den wundersamen Weg zum Zauberer von Oz.

Oz:
Im Guten wie im Bösen und im Dunkel wie im Licht,
im Einerseits und And’rerseits, ganz prachtvoll doch auch schlicht,
im Kleinen wie im Riesenhaften, immer und auch nie
murmelt und flüstert, funkelt und glitzert
strahlende Magie.

Chor:
Es führt eine Strasse dorthin,
aus uraltem gelben Gestein,
am Ende soll die Smaragdstadt sein.

Aus Fabelsinn ist dort die Welt gemacht,
sie lacht und lässt Dinge gescheh’n,
die du noch nie hast gehört und geseh’n.

Komm her, komm mit, komm mit zum Schloss
des wundermächtig großen weisen Zauberers von Oz.

Oz:
Im Guten wie im Bösen und im Dunkel wie im Licht,
im Einerseits und And’rerseits, ganz prachtvoll und doch schlicht,
im Kleinen wie im Riesenhaften, immer und auch nie
murmelt und flüstert, funkelt und glitzert
Eure Fantasie.

 

Lied der Strohmänner

Festgezurrt im Weizenfeld
Wissen nix von weiter Welt
Zum Vögelerschrecken hierher verbannt
Den Kopf voll Stroh und kein Verstand
Wir kennen nix und können nix
Flügel flattern ins Gesicht
Und steh’n hier einfach nur dumm rum,
dumm rum, dumm rum, wir steh’n dumm rum,
dumm rum, dumm rum, wir steh’n dumm rum.

Hey! Fessellos und endlich frei!
Die Lageweile ist vorbei!
Nun steh’n wir nicht mehr nur dumm rum,
Hurra – doch nun? – was tun? – wohin?
Herrjeh – doch nun? – was tun? – wohin?

 

Lied der Blechmänner

Kalt – so kalt
Ohne Herz und kalt
Innen ganz hohl, völlig leer und bald
Rostig, hart, erstarrt und alt.

Keiner fettet, niemand schmiert,
keiner ölt und repariert uns,
denn wir fühlen nichts in Blech und Stahl,
alle fürchten sich vor dem Metall.
Und warum?

Wir sind kalt – so kalt
Ohne Herz und kalt
Innen ganz hohl, völlig leer und bald
Rostig, hart, erstarrt und alt.

Englische Songtexte

Hier zwei Texte über klassische Songthemen – die Einsamkeit des Cowboys und das gute alte Meer:

I’M A COWBOY

Heaven’s sake, I’m a Cowboy,
I’ve got many roads to ride
Hallelujah, I know how, Boy,
with that rifle at my side.

The gun in my hand: the shortest way to heaven,
I’m a riding ring of fire.
Ev’ry year I shoot seven to eleven,
I’m a lonely guy to hire.

Heaven’s sake, I’m a Cowboy,
homeless following the sun,
Hallelujah, I know how, Boy,
and I’m not the only one.

 

BETWEEN THE BLUE WAVES AND THE WIDE OPEN SKY

When I was young I was listening to the wind
And waiting for the waves to come
The sea was telling many stories at the shore
And the brave old boats were sailing towards the sun
Then all the waves
Were asking me
Is this the life you’re longing for?

The sea is like an ever open book
And the stories they are passing by
There’s just tomorrow and no looking back
Between the blue waves and the wide open sky

I’m standing here and I’m whispering to the wind
my ship is sailing towards the sun
the seven seas hold many stories to explore
beyond all things I’ve ever seen and done
I grace the past
with memories
and choose the life I’m longing for

The sea is like an ever open book
And the stories they are passing by
There’s just tomorrow and no looking back
Between the blue waves and the wide open sky