Markus Voigt

Songtexte für Kinder

Aus “Pünktchen und Anton” stammen folgende zwei Texte, den ich zusammen mit Michael Batz geschrieben habe:

GEMEIN

Gemein ist eine Laus.
Gemein ein Floh.
Gemein sind Hausaufgaben
Und Schule sowieso.

Gemein ist, wenn du rennst,
der Bus fährt weg. (gemein, gemein)
Gemein: Du musst jetzt laufen,
rutscht aus und liegst im Dreck. (oh nein, oh nein)

Glaubst du, mieser geht es nicht
Dann gib Acht, denn bald wird’s Nacht
Und im Dunkeln, da steht einer
Der wirklich Fieses macht. (gemein,gemein, ja so gemein)

Gemein ist: Du hast Durst,
das Glas bleibt leer.
Gemein ist: Du hast Hunger,
im Kühlschrank ist nichts mehr.

Gemein ist, wenn du teilst
Und kriegst nix ab. (gemein, gemein)
Gemein: Du willst nach oben
Und dann geht’s nur bergab. (oh nein, oh nein)

Glaubst du, mieser geht es nicht
Dann gib Acht, denn bald wird’s Nacht
Und im Dunkeln, da steht einer
Der wirklich Fieses macht. (gemein, gemein,  ja so gemein)

Gemein ist diese Welt, (pass auf!)
sei auf der Hut.
Und willst du nicht gemein sein,
dann brauchst du wirklich Mut. (hab Mut, hab Mut…)

 

Ja, so ist die Schutzpolizei

INTRO
Schupo 1: Wer schlägt schneller ?
Schupo 2: Wer schlägt härter ?
Alle: Niemand schlägt so schön wie Bertha!
Auf Berta! Jawoll!

Berta: Kommt mal die Gelegenheit
Sorg ich für Gerechtigkeit
Spiel selber Polizist,
wenn das wirklich nötig ist.

Schupo1: Mann, Berta, Sie können ja richtig singen!
Berta: Ja, klar…

Berta: Das Charmante ist sodann
Dass ich Männer treffen kann
In schmucker Uniform
Det freut mir denn doch janz enorm

Ein Gläschen oder auch zwei
Trink ich auf die Schutzpolizei!

Schupo 1:Mann, Berta, Sie sind’ne echte Wucht!
Berta: Na, Sie aber ooch..
Schupo 1:Ick sage mal: Die Polizei bedankt sich.
Schupo 2: Und womit?
Schupo1:Na, mit nem Lied zwo-drei!
Berta: Aber, Herr Wachtmeister…!

Schupo1:
Wenn mal einer sozusagen
Autos klaut und Lieferwagen
Stell’n wir ihm ein Bein
Und – hoppla – fällt er auf uns rein

Ins Kittchen eins, zwei und drei!
Ja, so ist die Schutzpolizei!

Schupo1:
Wir sind schneller, wir sind schlauer
Als der Räuber, als der Klauer,
ham den Kerl, zack, zack,
gefasst und in den Knast gepackt.

Dann heisst es erstmal: Bye, bye!
Ja, so ist die Schutzpolizei!

Berta: Na, Herr Wachtmeister, noch’n Gläschen?
Schupo1: Ja, klar – wenn Sie uns noch einen trällern…!
Berta: Aber gerne…

Teufel spielen ist nicht schwer,
Teufel sein dagegen sehr
Ich hau ihm ins Genick
Und schon verlässt ihn jedes Glück!

Und wer hilft Berta dabei?
Natürlich die Schutzpolizei!

Schupo 1: Und nu unser kleener Willy – der klappert sonst immer nur dazwischen.
Schupo 2: Wer, icke?
Schupo 1: Na, nu mal los!
Schupo 2: Oha!

Ohne Schupos wär die Welt
Sicher auf den Kopf gestellt
Denn Böses triumphiert
Wird es nicht sofort abgeführt.

Auf  uns ist immer Verlass…

Schupo 1: Willy – „Verlass“ reimt sich aber nich auf Polizei
Schupo 2: Och Chef,  dit is aber nu Haarspalterei…
Alle bis auf Willy:
Ja, so ist die Schutzpolizei!

Schupo 1: Na, Berta, wie wär’s mit einem Tänzchen?
Berta: Aber Her Wachtmeister…

 

Für das Kinderstück „Das Schaf am Ende der Welt“ habe ich unter anderem folgende Schweinerockworte geschrieben:

MEHR (DAS LIED DER SCHWEINE)

Ich will alles fressen, alles haben,
Unbescheidenheit ist toll,
mich an allem noch mehr laben,
maßlos sein ist wundervoll

Ich will alles mir ins Maul stopfen,
Futtern ist ein Freudentanz,
saufen bis zum letzten Tropfen-
dann ringelt sich mein Ringelschwanz

Ich will mehr mehr m-m-mehr, mehr m-m-mehr,
ich will mehr, gib mir mehr, immer mehr her.
Gib mir mehr mehr m-m-mehr, mehr m-m-mehr,
ich will  mehr als bisher, immer mehr, yeah.
Schweineglück im Schweineleben ist eben nur ein Hof mit vollen Trögen.
Gib mir mehr mehr m-m-mehr, mehr zum Verzehr,
immer mehr gib mir her, ich bin so leer.
Ich will mehr als bisher und noch mehr zum Dessert, ich will MEHR!

Her mit Schüsseln voller toller Wurzeln
Bei Knollen geht das Herz mir auf
Dann in Berge aus Kartoffeln purzeln
Nur ein echtes Schwein hat’s richtig drauf

Rüben, Beeren, Trüffel, Blätter,
Früchte, Würmer, Eicheln, Aas,
mit dem Rüssel in die Schüssel
Schwein sein ist ein Riesenspaß.

Immer mehr und immer weiter
Hab nie genug und will maßlos sein.
Alles andere ist doch doof, und von
allen Tieren auf dem Hof
Kapieren das nur Mensch und Schwein.

Wir woll’n mehr mehr m-m-mehr, mehr m-m-mehr,
wir woll’n mehr, gib uns mehr, immer mehr her.
Gib uns mehr mehr m-m-mehr, mehr m-m-mehr, wir woll’n MEHR.

 

Ebenfalls aus diesem Stück das Lied einer neurotisch-fixierten (aber sehr sympathischen) Maus:

MÄUSEGLÜCK

Ein Keller voller Harzer Roller macht den schönsten Tag noch toller
Leerdammer in meiner Kammer ist für mich der größte Hammer
Sehr lieb ich den Camembert, ist zum Dessert mein Magen leer
ist Appenzeller auf dem Teller, wird gleich meine Miene heller

Pecorino, Parmesan, die machen mich unglaublich an
Und nie vergess ich die Magie meines ersten Stückchens Brie
Gorgonzola, Emmentaler, Hüttenkäse und Raclette
Dann ein netter fetter Gauda, vorher geh ich nicht ins Bett
denn

Käse Käse, als Scheibe oder Stück
Käse Käse, danach bin ich verrückt
Käse – zum Schneiden oder Streichen
Harten oder weichen – Käse -
Mehr brauch ich nicht zum Mäuseglück.

Ein Blick in große Käselöcher unergründlich wunderschön
Und ein Duft wie Käsefüße, dem kann ich nicht widersteh’n
Mein persönlich 7. Himmel ist gemacht aus Käseschimmel
Tag für Tag rund um die Uhr denk ich voller Liebe nur
an

Käse Käse, als Scheibe oder Stück
Käse Käse, danach bin ich verrückt
Käse – zum Schneiden oder Streichen
Harten oder weichen – Käse -
Mehr brauch ich nicht zum Mäuseglück

 

Aus “Der Fischer und seine Frau” das Lied der Ilsebill, dem gierigen, ewig unzufriedenen Weib: 

Ilsebills Lied

Ilsebill: Ach,  Mann, sei doch nicht so naiv – ein Mensch besitzt niemals genug.
Und wenn er glaubt, er bräuchte nichts, dann ist das doch nur Selbstbetrug.
Komm, hör mir zu, ich bin ganz ehrlich:
Genügsamkeit ist äußerst gefährlich!
Sie hält dich im Zaum, macht dich klein und krumm
Und am Ende bist du furchtbar hässlich und gräulich und  dumm.

Chor: Sie ist da anders, sie ist Realist,
sie weiß, was im Leben zu holen ist,
sie ist nicht bescheiden, was ist denn dabei,
nur wer wirklich was will, der wird reich, schön und frei.

Ilsebill: Ich will doch nur ALLES und gar nicht viel mehr
Ich will doch nur ALLES, das ist doch nur fair.
Ich wünsch’s mir so sehr und ich glaube ganz fest:
Hab ich erst mal ALLES, krieg ich auch noch den Rest!

Dann bin ich berühmt und beliebt und kann Gold shoppen geh’n,
bin modisch, begehrt, überaus fotogen.
Ich trag Diamant, bin im Fernseh’n bekannt und
der Prinz von Spananien, der küsst meine Hand –ja!

Ich will doch nur ALLES und gar nicht viel mehr
Ich will doch nur ALLES, das ist doch nur fair.
Ich wünsch’s mir so sehr und ich glaube ganz fest:
Hab ich erst mal ALLES, krieg ich auch noch den Rest!

Dann hab ich ein prächtiges Haus, nein: ’ne Burg, NEIN: Ein Schloss,
ein Tross von Bediensteten sattelt mein Ross –
auf dem trabe ich dann durch mein weites Land
das wird fulminant elegant, hirnverbrannt amüsant,
brill-i-ant -  ich bin jetzt schon gespannt!

Chor: Sie will doch nur ALLES und das will sie jetzt.
Hat sie erst mal ALLES, dann hat sie zuletzt
noch viel mehr als ALLES – und das ist ihr Ziel.
Sie will doch nur ALLES – doch davon ganz viel.

 

Zwei Texte aus dem Kindermusiktheaterstück „Kunterbunt“, das 2014 im Fidula-Verlag erschienen isr – gesungen von dem eitlen und etwas zickigem Gelb und dem überbordenden Rot:

GELB

Lalala…
Warm wie die Sonne
So groß wie der Mond
Hell wie die Sterne
Bin ich so gerne – ich selbst.

Kannst du dich in meinem Spiegel seh’n?
In meinem Glanz bist du betörend schön –
Hach, ich kann mir selbst nicht widersteh’n, oh ja!

Denn ich bin
Warm wie die Sonne
So groß wie der Mond
Hell wie die Sterne
Bin ich so gerne – ich selbst.
Lalala…

 

ROT
Hier bin ich
Siehst du mich?
Fühlst du meine Kraft?
Rot wie das Blut,
Rot wie der Mut
Rot wie die Wut,
Rot tut so gut!
Das ist meine fabelhafte Leidenschaft!

He, he, he, he – aus dem Weg!
Nichts hält mich auf
Bei meinem wilden Ritt.
Gleich feg ich dich um und dann reiss ich dich mit!

Hier bin ich
Siehst du mich?
Fühlst du meine Kraft?
Rot wie das Blut,
Rot wie der Mut
Rot wie die Wut,
Rot tut so gut!
Das ist meine fabelhafte Leidenschaft!

 

…und schließlich aus “Der Zauberer von Oz” drei Songs:

Der Zauberer von Oz

Chor:
Es gibt einen schimmernden Ort
in einer schillernden Zeit,
ganz nah bei dir und doch fern und weit.

Die Welt spielt dort in einem fort ganz sacht
mit dir und lässt Dinge gescheh’n,
die du noch nie hast gehört und geseh’n.

Komm her, komm mit, komm mit zum Schloss,
und geh den wundersamen Weg zum Zauberer von Oz.

Oz:
Im Guten wie im Bösen und im Dunkel wie im Licht,
im Einerseits und And’rerseits, ganz prachtvoll doch auch schlicht,
im Kleinen wie im Riesenhaften, immer und auch nie
murmelt und flüstert, funkelt und glitzert
strahlende Magie.

Chor:
Es führt eine Strasse dorthin,
aus uraltem gelben Gestein,
am Ende soll die Smaragdstadt sein.

Aus Fabelsinn ist dort die Welt gemacht,
sie lacht und lässt Dinge gescheh’n,
die du noch nie hast gehört und geseh’n.

Komm her, komm mit, komm mit zum Schloss
des wundermächtig großen weisen Zauberers von Oz.

Oz:
Im Guten wie im Bösen und im Dunkel wie im Licht,
im Einerseits und And’rerseits, ganz prachtvoll und doch schlicht,
im Kleinen wie im Riesenhaften, immer und auch nie
murmelt und flüstert, funkelt und glitzert
Eure Fantasie.

 

Lied der Strohmänner

Festgezurrt im Weizenfeld
Wissen nix von weiter Welt
Zum Vögelerschrecken hierher verbannt
Den Kopf voll Stroh und kein Verstand
Wir kennen nix und können nix
Flügel flattern ins Gesicht
Und steh’n hier einfach nur dumm rum,
dumm rum, dumm rum, wir steh’n dumm rum,
dumm rum, dumm rum, wir steh’n dumm rum.

Hey! Fessellos und endlich frei!
Die Lageweile ist vorbei!
Nun steh’n wir nicht mehr nur dumm rum,
Hurra – doch nun? – was tun? – wohin?
Herrjeh – doch nun? – was tun? – wohin?

 

Lied der Blechmänner

Kalt – so kalt
Ohne Herz und kalt
Innen ganz hohl, völlig leer und bald
Rostig, hart, erstarrt und alt.

Keiner fettet, niemand schmiert,
keiner ölt und repariert uns,
denn wir fühlen nichts in Blech und Stahl,
alle fürchten sich vor dem Metall.
Und warum?

Wir sind kalt – so kalt
Ohne Herz und kalt
Innen ganz hohl, völlig leer und bald
Rostig, hart, erstarrt und alt.