Markus Voigt

Axensprung Theater

Axensprung ist eine sehr spezielle Theater Companie. Entstanden aus dem Projekt “Weltenbrand” (siehe Eintrag), das dadurch angestoßen wurde, dass Oliver Hermann auf dem Dachboden einen großen Stapel Feldpostkarten seines Urgroßvaters aus dem 1. Weltkrieg fand – erschütternde Dokumente, die deutlich machen, wie persönlich nah uns diese Tragödie noch ist.
Also ein Theaterstück machen.
Aber nicht (nur) in Theatern. Sondern an Orten, die inhaltlich Bezug haben, an denen normalerweise kein Theater stattfindet. Die Resonanz und Unterstützung war im Vorfeld schon groß: Zu unseren Förderern gehören die Kulturbehörde, das Auswärtige Amt, die Landeszentrale für politische Bildung, der Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge, die Adenauer-Stiftung, die Naumann-Stiftung, die Körber-Stifung, die Charles und Elly Krüger-Stiftung, die Alfred Töpfer-Stiftung u.a.

Dadurch ist und war es uns möglich, technisch autark, an den verschiedensten Orten zu spielen:
In der Nationalbibliothek in Frankfurt, in der Hamburger Vertretung in Brüssel, im Bundesarchiv in Koblenz, im Roten Rathaus in Berlin, für die Deutsche Botschaft in Riga, im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, in Kirchen, Museen, Schulen und natürlich Theatern wie dem Jungen Schauspielhaus oder dem Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg etc.

Unser Herz und Interesse gilt historisch und politisch relevanten Themen, die wir mit modernen Mitteln des Theaters, mit Sounds und Musik, Bildern und Videos auf die Bühne bringen.
Unser zweites größeres Stück “Kampfeinsatz” (siehe unten) fragt – 100 Jahre nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges – nach den Folgen von Auslandseinsätzen für deutsche Soldaten, deren Familien und der Gesellschaft. Dazu haben wir Interviews mit betroffenen Soldaten, Therapeuten und Psychologen geführt, deren Erfahrungen stark in das Stück eingeflossen sind.
Für mich persönlich nochmal ein besonderes Erlebnis, da mich unsere Projekte zum schauspielernden Musiker gemacht haben.

Hier geht’s zu unserer Website und den Kollegen:
Axensprung Theater
Oliver Hermann
Michael Bideller
Erik Schäffler
Mignon Remé
Marcella Braun
Eike Zuleeg

Kampfeinsatz

Das neue Projekt von Axensprung-Theater; hier ein paar Soundbeispiele:


Fotos: O. Fantitsch

Hier geht’s zur Website des Projekts

Hamburger Abendblatt:

“Was ist Krieg? Männer, ob Militär oder nicht Militär, haben dazu immer etwas zu sagen gehabt: “Der Krieg ist ein Akt der Gewalt, um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen”, drückte es Major Carl von Clausewitz aus. Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker meinte: “Niemand weiß besser als ein Soldat, dass der Frieden kein kostenloses Geschenk ist, sondern dass man bereit sein muss, etwas für ihn einzusetzen.”

Was aber macht der Krieg mit dem Einzelnen, wo liegt die Verantwortung in unserer Gesellschaft in Zeiten von Bundeswehr-Auslandseinsätzen? Diese unbequemen Fragen stellt das Axensprung Theater nach Deklamation eingangs erwähnter Aussagen in seiner neuen, beeindruckenden Produktion “Kampfeinsatz”. In der Krypta von St. Nikolai, in der die Gruppe Hamburger Schauspieler 2014 bereits das Kammerspiel “Weltenbrand” über den Ersten Weltkrieg herausgebracht hat, dringen Produzent Oliver Hermann und Kollegen noch tiefer. Für ihre mit Videos und neu komponierter Musik unterlegte Szenen-Collage haben sie mit Regisseur Erik Schäffler ein halbes Jahr lang “Einsatzrückkehrer” und Traumatherapeuten interviewt und eigene Texte entwickelt.

So entstand auch die Figur des vom Afghanistan-Einsatz gezeichneten Oberstleutnants Torgau, der wie so viele an posttraumatischer Belastungsstörung leidet. Dem Torgau gibt Hermann nicht bloß verzweifelte Konturen, er zeigt, wie latente Aggressivität und Sprachlosigkeit in die Familie hineinreichen. “Hol dir einen Hund!”, unterstreicht Torgaus Ehefrau Judith (Mignon Remé) den Rat des Psychologen Dr. Schilling (Michael Bideller) – um dann beim erfolgreichen Therapieversuch aufs Tier eifersüchtig zu werden.

Die beiden Schauspieler geben auch einen Hamburger Vater eines deutschen IS-Kämpfers oder die Mutter einer jungen Bundeswehr-Ausbilderin, die in den Nahen Osten geht. Und Posaunist Markus Voigt, ansonsten musikalischer Leiter im Tivoli, überzeugt wie das Ensemble mimisch, etwa als Freischärler in “Lena Delfs – hautnah”. Diese eingebaute Talkshow mit Bideller als aalglattem Politiker und Hermann als Torgau ist ein wichtiges Element, animiert sie als Persiflage doch ein wenig zum Schmunzeln beim “Kampfeinsatz”. Ein hochaktuelles und außergewöhnliches Stück an einem ungewöhnlichen Ort. Im nächsten Jahr an weiteren Stätten zu erleben.”

“… so wird es ein beeindruckender theatraler Beitrag zur aktuellen Diskussion um die militärischen Beitrags Deutschlands, der immer mehr eingefordert wird. Die hochkarätige Darstellertruppe sorgt in jedem Moment für gespannte Aufmerksamkeit und viel Gesprächsstoff nach der Aufführung.” (Hamburgtheater)

Mit und von:

Michael Bideller, Oliver Hermann, Mignon Remé, Markus Voigt

Regie:Erik Schäffler
Musik/Sounds: Markus Voigt
Video: Eike Zuleeg

Kampfeinsatz_Plakat

 

 

Weltenbrand

Ein Radiobeitrag des NDR und anschließend einige Ausschnitte meiner Vertonungen von expressionistischen August Stramm-Gedichten aus dem Stück:

Basierend auf dem hervorragenden autobiographischen Roman “Heeresbericht” von Edlef Köppen erzählen wir die Geschichte des Protagonisten Adolf Reisiger, der begeistert in den 1. Weltkrieg aufbricht und durch 4 Jahre mörderischen Krieges schließlich zerbrochen und desillusioniert in der Psychiatrie landet.
Collageartig wurden von uns noch mehrere Ebenen eingezogen: Dokumente aus der Zeit (Briefe, Werbung, öffentliche Verlautbarungen etc.), Lyrik des Dichters August Stramm (geschrieben in den Schützengräben 1915/16), Gemälde und Zeichnungen des Malers und Kriegsteilnehmers Otto Dix, Fotos aus dem Deutschen Nationalarchiv und eben Musik, Sound, Klang.
Mittlerweile haben wir dieses Stück mit großartiger Resonanz weit über 50 mal gespielt.

Link zur Weltenbrand-Website

Von und mit:
Oliver Hermann, Michael Bideller, Markus Voigt

Regie: Erik Schäffler
Musik: Markus Voigt
Textfassung: Michael Bideller

Einige Presse-Auschnitte dazu:

„Mit ganz wenigen Mitteln beweisen die drei Schauspieler Michael Bideller, Oliver Hermann und Markus Voigt unter der Regie von Erik Schäffler, dass eine kleine Form größtmögliche Wirkung erzielen kann, wenn das Zusammenspiel von Text-, Musik-, Klang- und Bildelementen dramaturgisch klug verzahnt wird.“ – Hamburger Abendblatt

„Sich an Edlef Köppens Roman „Heeresbericht“ von 1930 orientierend und mit Fotos und Bildern angereichert, beispielsweise den irremachenden Zeichnungen von Otto Dix, mit historischen Reden, mit Musik und Ton, ist den drei Akteuren ein wahres Meisterwerk gelungen. Die Inszenierung, so dicht, dass sie unweigerlich fesselt, sie rüttelt auf.“ – Wetterauer Zeitung

„Die Dokumente und die behutsame musikalische Gestaltung durch Markus Voigt sprechen eine eindringliche Sprache, lassen sehr deutlich werden, was Menschen widerfährt, die in einen Krieg geraten.“ – Weser Zeitung

„Atmosphärisch zuweilen auf das Äußerste verdichtet, ist „Weltenbrand“ das wohl beklemmendste Stück Erinnerungsarbeit zum Ersten Weltkrieg, das Hamburg im Gedenkjahr 2014 zu bieten hat.“  – taz

„Mit einer Montage aus zeitgenössischen Texten, Bildern und Musik sowie beeindruckend intensivem Spiel erschaffen die Schauspieler und Musiker Michael Bideller, Oliver Hermann und Markus Voigt unter der Regie von Erik Schäffler ein verstörendes Bild des Kriegsgrauens mit Retardwirkung.“ – Die Rheinpfalz

„Parallelen zu den jüngsten Ereignissen von Paris drängen sich auf, schließlich stand auch 1914 ein Attentat am Anfang des Krieges… auch die Verblendung des Hauptprotagonisten weist beklemmende Parallelen zur Begeisterung europäischer Jugendlicher für den IS auf.“ – Rothenburger Kreiszeitung

„Diejenigen, die die rund 80-minütige Collage sahen und noch sehen werden, dürften mehr Verständnis für eine Generation haben, die ein Opfer der Verhältnisse wurde – und gerade angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen zum Innehalten mahnt. Denn Adolf Reisiger ist eine zeitlose Figur: sympathisch, aber obrigkeitsgläubig, optimistisch, aber ein wenig naiv – und deshalb der ideale Freiwillige, der wie so viele Deutsche glaubte, dass bis Weihnachten alles vorbei ist. “ – Rhein-Zeitung

WB_Postkarte

Der Auswanderer

Ein Stück über deutsche Auswanderer, die vor über 100 Jahren nach Amerika gingen, hier in NDR Bericht:

 

Wer bisher glaubte, das Verlassen der Heimat sei ausschließlich mit Tränen, Leid und Hoffnungslosigkeit verbunden, wird von uns eines Besseren belehrt. In den Rollen eines bauernschlauen Mecklenburger Tagelöhners, eines größenwahnsinnigen Einwanderers und eines verkniffenen Amerikahassers schwadroniert Olli und wir singen was das Zeug hält und lassen die Zuschauer am Sinn und Un-Sinn der Auswanderung im 19. Jahrhundert teilhaben. Und das alles ohne unangenehme Begleiterscheinungen, wie Wanzen und Seekrankheiten, dafür mit allerhand Sounds und Musik.

Aus Lebensberichten, Briefen deutscher Auswanderer und den Reisetagebüchern des Schriftstellers Friedrich Gerstäcker hat Oliver den Text zusammengestellt. Das verleiht Authentizität, spiegelt die Nöte, Ängste und Hoffnungen wider, mit denen die Emigranten vor hundert Jahren in Richtung Westen segelten.

Mit und von Oliver Hermann und Markus Voigt

Website “Der Auswanderer”

Franzosenzeit

Hamburg im Griff Napoleons

FranzosenzeitFlyer Ein Programm, das wir aus Briefen, Tagebüchern, Berichten und Liedern für das Hamburg Museum entwickelt haben.
“In einer spannenden Reise nehmen der Schauspieler Oliver Hermann und der Musiker Markus Voigt die Zuschauer mit zurück in eine fast vergessene Epoche unserer Stadt, in der Hamburg jahrelang von französischen Truppen besetzt war. Im Verlauf des Abends werden die Zuschauer Zeugen, welche zum Teil kuriosen, aber auch belastenden Situationen unsere Vorfahren erlebten, wie die Stadt gegen die anrückenden alliierten Preußen und Russen zur Festung ausgebaut wird und sowohl Einwohner, als auch Besatzer im eisigen Winter 1813/14 versuchen, in Hunger, Kälte und Krieg zu überleben.”

Von und mit Oliver Hermann und Markus Voigt